Richtfest am Erlebnisbad Senftenberg – Ein sichtbarer Meilenstein in einem anspruchsvollen Sanierungsprojekt

Mit dem Richtfest am neuen Anbau des Erlebnisbades Senftenberg ist im April ein wichtiger Baufortschritt erreicht worden. Nach einer langen und von vielen Herausforderungen geprägten Projektphase markiert dieser Termin einen sichtbaren Schritt in Richtung Fertigstellung. Auch wenn bis zur Wiedereröffnung noch weitere Arbeiten bevorstehen, zeigt das Baugeschehen deutlich, dass das Vorhaben wieder auf Kurs ist.

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Ein Projekt mit längerer Vorgeschichte

Die Sanierung des Erlebnisbades begleitet die Stadt Senftenberg bereits seit mehreren Jahren. Im Frühjahr 2022 begann die aktuelle Sanierungsphase mit dem Ziel, die in die Jahre gekommene Technik zu erneuern. Ursprünglich war vorgesehen, die Arbeiten bis November 2023 abzuschließen und die Schwimmhalle bereits Ende 2023 wieder zu öffnen. Dass sich der Zeitplan so deutlich verschieben würde, war zu diesem Zeitpunkt nicht absehbar.

Ein symbolischer Ausgangspunkt für viele Beteiligte bleibt der 24. April 2022. An diesem Tag wurde das Erlebnisbad nach einem letzten offenen Wochenende geschlossen, bevor die technische Ertüchtigung beginnen sollte. Rückblickend steht dieses Datum für den Start eines Projekts, das sich deutlich komplexer entwickelte als zunächst angenommen.

Baustopp nach unerwarteten Schäden

Während der begonnenen Arbeiten wurden Schäden entdeckt, die zuvor nicht bekannt waren. Anfang Februar 2023 musste deshalb ein Baustopp verhängt werden. Betroffen war der Bewehrungsstahl in tragenden Kellerwänden. Das im Wasser enthaltene Chlor hatte das Metall angegriffen und korrodieren lassen. Damit war klar, dass das Vorhaben nicht im ursprünglich vorgesehenen Umfang fortgeführt werden konnte.

Auf die ersten Maßnahmen folgte eine rund zweieinhalbjährige Unterbrechung. In dieser Phase wurde das Projekt fachlich und planerisch neu bewertet. Auch ein neues Planungsbüro wurde in das Vorhaben eingebunden: Bauplanung Bautzen. Gleichzeitig mussten auf kommunaler Ebene Entscheidungen zur Fortführung der Sanierung getroffen werden. Nach intensiven Diskussionen gaben die Stadtverordneten schließlich grünes Licht für den weiteren Verlauf des Projekts.

Steigende Anforderungen, steigende Kosten

Mit der Neuausrichtung des Projekts veränderten sich auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Aus zunächst veranschlagten sechs Millionen Euro wurden zunächst elf Millionen und schließlich rund 18 Millionen Euro. Entlastet wird das Vorhaben durch einen Zuschuss in Höhe von 2,5 Millionen Euro aus dem Sportstätten-Infrastrukturprogramm des Bundes.

Gerade bei Bestandsgebäuden zeigt sich immer wieder, dass verborgene Schäden erhebliche Auswirkungen auf Planung, Ablauf und Budget haben können. Das Erlebnisbad Senftenberg ist dafür ein prägnantes Beispiel: Technische Erneuerung, Bestandssicherung und funktionale Weiterentwicklung mussten unter veränderten Voraussetzungen neu zusammengeführt werden.

Wiederaufnahme der Bauarbeiten und Richtfest am Anbau

Im September 2025 wurden die Bauarbeiten an und in der Schwimmhalle wieder aufgenommen. Gut ein halbes Jahr später konnte Richtfest gefeiert werden. Dieser Termin bezieht sich auf den neuen Anbau, der an die Stelle des früheren Empfangsbereichs tritt und künftig den Zugang zur Schwimmhalle bilden wird. Jeder Gast soll das Gebäude später über diesen neuen Bauteil betreten. Neben der Kasse werden dort auch betriebsinterne Räumlichkeiten untergebracht.

Das Richtfest steht damit nicht nur für einen traditionellen Bauabschnitt, sondern auch für die klare Weiterentwicklung der Gesamtanlage. Der neue Eingangsbereich übernimmt künftig eine zentrale Funktion im Betrieb und ist zugleich Ausdruck dafür, dass das Projekt nach langer Unterbrechung wieder baulich sichtbar voranschreitet.

Umgang mit dem Bestand und den festgestellten Schäden

Die bekannten Korrosionsschäden sind derzeit weiterhin sichtbar, weil die betroffenen Bereiche noch freiliegen. Vorgesehen ist jedoch, diese konstruktiv zu sichern: Vor die geschädigten Bereiche soll eine Betonschutzwand gesetzt werden. Dadurch soll das künftige Schwimmbecken zusätzliche Stabilität erhalten.

Gerade in solchen Situationen zeigt sich die besondere Herausforderung von Sanierungen im Bestand. Bestehende Strukturen müssen nicht nur erhalten und bewertet, sondern zugleich so weiterentwickelt werden, dass neue technische und funktionale Anforderungen sicher erfüllt werden können. Das verlangt ein hohes Maß an planerischer Sorgfalt und eine enge Abstimmung aller Projektbeteiligten.

Das neue Schwimmbecken und die künftige Nutzung

Auch beim Herzstück der Anlage, dem Schwimmbecken, sind die nächsten Schritte konkret benannt. Das alte Becken ist bereits verschwunden. Der neue Nachfolger aus Edelstahl soll direkt vor Ort zusammengesetzt und verschweißt werden. Geplant ist ein Becken mit den Maßen 25 mal 12,5 Meter. Damit übernimmt es die Größe seines Vorgängers. Die vorgesehenen fünf Bahnen werden wettkampftauglich ausgeführt. Der Einbau des Beckens ist voraussichtlich für Ende Mai beziehungsweise Anfang Juni vorgesehen.

Neben dem sportlich nutzbaren Bereich bleibt auch der Erlebnischarakter der Anlage erhalten. Der Erlebnisbereich soll weiterhin Bestandteil des Bades bleiben. Bereits beschlossen ist zudem eine neue Rutsche. Nicht erhalten bleibt dagegen das Außenbecken, das nach Angaben im Zusammenhang mit dem Projekt ohnehin nicht stark genutzt wurde. An seiner Stelle ist künftig ein Wasserspielplatz vorgesehen.

Blick auf die Eröffnung

Nach aktuellem Stand wird von den Planern, der Baufirma und der Stadt Senftenberg eingeschätzt, dass die Arbeiten im Zeitplan liegen. Einen konkreten Eröffnungstermin gibt es zwar noch nicht, als Zeitraum wird jedoch Mitte 2027 genannt. Etwas konkreter wird der Ausblick mit der Einordnung, dass eine Eröffnung im Frühsommer 2027 nicht falsch benannt wäre. Ziel ist es, das Erlebnisbad noch vor den Sommerferien in Brandenburg freizugeben, die 2027 bereits am 1. Juli beginnen.

Für die Stadt Senftenberg ist das ein wichtiges Signal. Nach Jahren der Unterbrechung und Neuplanung zeichnet sich ab, dass das Projekt in eine Phase eintritt, in der Fortschritte nicht nur intern organisiert, sondern auch im Baukörper selbst deutlich sichtbar werden. Das Richtfest ist dafür ein markanter Moment.

Einordnung des Projekts

Das Erlebnisbad Senftenberg blickt auf eine längere Geschichte zurück. Die Volksschwimmhalle wurde bereits Ende der 1960er-Jahre errichtet, die Eröffnung erfolgte am 7. Oktober 1970. Mitte der 1990er-Jahre wurde die Anlage modernisiert und um den bis heute bekannten Erlebnisbereich ergänzt. In den Jahren 1995 und 1996 entstanden unter anderem auch die charakteristische Rutsche und die Erweiterungen, bevor die Halle kurz vor Weihnachten 1996 erneut öffnete.

Die heutige Sanierung steht damit in einer baulichen Kontinuität, die mehrere Jahrzehnte umfasst. Umso deutlicher wird, welche Bedeutung das aktuelle Vorhaben für die Stadt und ihre öffentliche Infrastruktur hat. Mit dem Richtfest am neuen Anbau ist nun ein weiterer Abschnitt geschafft, der den Weg zur Fertigstellung sichtbar fortsetzt.

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