Modernisierung mit Weitblick: Grundsteinlegung für den Erweiterungsbau der Sächsischen Steinmetzschule
In Demitz-Thumitz wurde Anfang Juli ein bedeutender Meilenstein für die regionale Bildungslandschaft und das traditionelle Handwerk gefeiert. Mit der feierlichen Grundsteinlegung für den umfangreichen Erweiterungsbau der Sächsischen Steinmetzschule fällt der Startschuss für eine zukunftsweisende Verbindung aus bewährter Handwerkskunst und moderner Digitaltechnik. Das anspruchsvolle Bauvorhaben stärkt nicht nur den traditionsreichen Standort im bekannten „Granitdorf“, sondern setzt auch architektonisch und technologisch neue Maßstäbe für die Fachkräfteausbildung.
Ein Kompetenzzentrum mit überregionaler Bedeutung
Die Sächsische Steinmetzschule, geführt als Außenstelle des Beruflichen Schulzentrums (BSZ) Kamenz, blickt auf eine langjährige Erfolgsgeschichte zurück. Als eine der wenigen hochspezialisierten Ausbildungsstätten dieser Art in Deutschland zieht sie Auszubildende und angehende Meister aus dem gesamten ostdeutschen Raum an. Um diesen hohen Stellenwert als überregionales Kompetenzzentrum für Steinmetze und Bildhauer langfristig zu sichern, wird die bauliche und technische Infrastruktur nun umfassend modernisiert. Die Großinvestition des Landkreises Bautzen ist ein klares Bekenntnis zur Förderung junger Fachkräfte und zur langfristigen Standortsicherung.
Architektur und Technik: Wenn Tradition auf High-Tech trifft
Das bauliche Konzept des Erweiterungsprojekts ist exakt darauf ausgelegt, die Synergie zwischen klassischer Handarbeit und automatisierten Fertigungsprozessen optimal abzubilden. Im Erdgeschoss des neuen Erweiterungsbaus entstehen zwei moderne, lichtdurchflutete Klassenräume inklusive flexibler Vorbereitungsbereiche. Ergänzt wird dieser Trakt durch eine großzügige Aula, die künftig als zentraler Begegnungsort für schulische und öffentliche Veranstaltungen dient. Auch funktionale Einheiten wie ein neuer Brennofenraum werden harmonisch in den Neubau integriert. Ein zentraler Aufzug sorgt zudem für die barrierefreie Erschließung aller Ebenen des Schulkomplexes.
Ein technologisches Highlight des Vorhabens ist die Errichtung eines separaten CNC-Gebäudes. Ausgestattet mit einer leistungsstarken Kranbahn, computergesteuerten Sägesystemen und einem integrierten Schrägklärer für das Prozesswasser, bietet das Gebäude optimale Bedingungen für die Digitalisierung der Ausbildungsinhalte.
Abgerundet wird das komplexe Maßnahmenpaket durch eine umfassende Erneuerung des Schauerdachs, die Installation einer modernen, zentralen Abluftanlage für die Außenarbeitsplätze sowie eine grundlegende Neugestaltung des umliegenden Geländes. Insgesamt sind neben Bauplanung Bautzen rund 27 verschiedene Gewerke an der anspruchsvollen Realisierung dieses Projekts beteiligt.
Starker Impuls für den regionalen Strukturwandel
Mit einem kalkulierten Investitionsvolumen von rund 5,45 Millionen Euro handelt es sich um das derzeit größte Bildungsprojekt des Landkreises Bautzen, das maßgeblich über den europäischen Just Transition Fund (JTF) finanziert wird. Diese gezielte Förderung unterstreicht die enorme Relevanz des Projekts für den laufenden Strukturwandel in der Oberlausitz. Indem nachhaltig in hochmoderne Ausbildungsinfrastruktur investiert wird, bleiben wichtige Wertschöpfungsketten und Fachkräfte direkt in der Region verwurzelt.
Blick nach vorn: Fertigstellung bis Ende 2027
Die vorbereitenden Bauarbeiten haben bereits im Mai dieses Jahres begonnen und schreiten planmäßig voran. Nach der erfolgreichen Grundsteinlegung richtet sich der Fokus in den kommenden Monaten auf den Rohbau, den anschließenden Innenausbau sowie die Installation der hochspezialisierten Werkstatttechnik. Die vollständige Fertigstellung und feierliche Inbetriebnahme des modernisierten Schulkomplexes sind für Ende 2027 avisiert. Bis dahin entsteht in Demitz-Thumitz ein zukunftsweisender Lernort, an dem handwerkliche Tradition und technische Innovation Hand in Hand gehen.


